Dienstag, 30. Juni 2015

Zeit für neue Heldentaten

Die meisten haben auf den Mount Everest getippt. Doch ganz ehrlich: Das wäre ja nun wirklich reiner Wahnsinn. Andere haben auf den K2 gesetzt. Ich will ja nichts sagen, aber der K2 ist noch viel anspruchsvoller als der Mount Everest und vielleicht sogar der schwierigste aller Achttausender. Auch der Mont Blanc wurde sehr häufig ins Spiel gebracht. Doch es ist nichts von alledem. Es sind die Alpen, auf denen ich als nächstes herumklettern möchte. Es geht einmal rüber - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Zu Fuß. Und um Himmels Willen ohne Elefanten.

Nach meinem Kilimandscharo-Abenteuer im vergangenen Jahr hatten viele von mir eine Bergtour mit ähnlich viel Glamour erwartet, einen mindestens ebenso klangvollen Namen, mehr als doppelt so vielen Sherpas und gerne auch eine Erstbesteigung. Solo und ohne künstlichen Sauerstoff, versteht sich. Doch ich kann nicht jedes Jahr irgendeinen höchsten Berg besteigen. Dafür fehlen mir Geld, bergsteigerische Fähigkeiten und wenn ich ganz ehrlich bin auch die Lust. Wandern und Bergsteigen tue ich für mein Leben gern, aber es darf ruhig auch eine Nummer kleiner sein. Eine Alpenüberquerung ist nun nicht gerade ein Pappenstiel, aber statt auf knapp 6.000 Meter zu klettern erreiche ich auf meiner diesjährigen Tour gerade mal die 3.000 Meter-Marke. Ich bin auch keine zehn Tage unterwegs, sondern nur sechs. Und noch etwas ist neu: mein Begleiter.

Während mein Wunsch, die Alpen zu überqueren, schon relativ früh feststand, gestaltete sich die Suche nach einem Begleiter als ziemlich schwierig. Mit dem einen konnte ich mich nicht auf die Route einigen, der andere schrieb seine wichtigsten Prüfungen ausgerechnet zur geplanten Wanderzeit und wieder ein anderer hatte kein Geld. Selbst mit meinem Angebot, sämtliche Kosten der Wandertour in einen Topf zu schmeißen und dann nach dem Verhältnis 2/3 zu 1/3 auf uns beide aufzuteilen, konnte ich keinen Durchbruch erzielen. Ich war mega frustriert. "Selbst wenn ich Leute dafür bezahle, dass sie mit mir wandern gehen, kommen sie nicht mit!", war die bittere Lehre, die ich aus meinen erfolglosen Anwerbeversuchen zog. Auf den entscheidenden Tipp brachte mich am Ende meine Mutter. "David war letztens bei mir zu Besuch und hat total von deinem Kilimandscharo-Abenteuer geschwärmt!", erzählte sie mir eines Tages. David ist ihr Enkel - also mein Neffe. "Vielleicht hat David dann auch Lust, selber Teil eines Berg-Abenteuers zu sein?", dachte ich mir - und fragte ihn einfach, den David. Lange musste der nicht überlegen. "Wenn ich in deinem Blog vorkomme, bin ich dabei!", schrieb er mir gut gelaunt auf meine Anfrage zurück. Und so machen wir uns beide nun am 1. September auf die Reise und schicken uns an, einmal die Alpen zu überschreiten. Sehr geil, dass du dabei bist, David! Und stell dir vor: Du kommst nicht nur vor im Blog, du bist sogar eine der Hauptpersonen!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen